"Das Bambi-Syndrom – Vorläufige Befunde zur jugendlichen Naturentfremdung"


Dr. Rainer Brämer, Uni Marburg, Institut für Erziehungswissenschaft, Wilhelm-Röpke-Str. 6B, 35032 Marburg

In diesem Beitrag, der in "Natur und Landschaft", 73. Jg. (1998), Heft 5, erschienen ist, wird die Sichtweise heutiger Jugendlicher bezüglich Natur und Landschaft untersucht. „Natur als Tamagochi“, das Feindbild Mensch und der Fun-Faktor Natur sind Aspekte dieser Befragung von 2.500 westdeutschen Jugendlichen, die zu dem Schluß kommt, daß auf den ersten Blick eine außerordentliche Hochachtung von Natur und Naturschutz bei den Jugendlichen vorherrscht, damit verbunden jedoch ein auffälliger Hang zur Verniedlichung der natürlichen Umwelt („Bambi-Syndrom“).

 
Zusammenfassung:

Die Ergebnisse einer Befragung von 2 500 westdeutschen Jugendlichen dokumentieren auf den ersten Blick eine außerordentliche Hochschätzung von Natur und Naturschutz. Doch verbindet sich damit ein auffälliger Hang zur Verniedlichung der natürlichen Umwelt ("Bambi-Syndrom"). Aus dem Mitgefühl für die arme Natur erwächst eine Berührungsscheu, die teilweise den Charakter einer moralischen Selbstausgrenzung annimmt. Im Effekt verstärkt dies jene latente Naturentfremdung, bei der sich ein oberflächliches Naturbekenntnis mit der zunehmenden Unfähigkeit zu tiefergehenden Naturerlebnissen paart.

Rainer Brämer

Jugendreport Natur ´03

Nachhaltige Entfremdung

Hrg. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW e.V.,

Ripshorster Str. 306, 46117 Oberhausen 5,-€

 

Kurzfassung der Untersuchung