Was zeichnet das besondere pädagogische Konzept der Waldkindergärten aus?
• Die geringe Gruppenstärke und der hohe Personalschlüssel ermöglichen den Erzieherinnen, intensiv auf die Kinder einzugehen, sie besser wahrzunehmen und in eine lebendige Kommunikation mit ihnen zu treten. Gleichzeitig fordert die besondere Situation im Wald auch einen erhöhten Aufsichtsbedarf.
• Der Wald bietet ein harmonisches und in seinen Anreizen dosiertes Angebot für ein ganzheitliches Lernen und lebendige Erfahrungen aus erster Hand
• Ständige Bewegungsanreize, Spiel- und Lernanlässe müssen nicht künstlich mit dem Blick des Erwachsenen geschaffen werden.
• Die Kinder können und müssen aus sich selbst aktiv werden, definitionsfreies, nicht vorgefertigtes Spielzeug fördert die Kreativität, Phantasie und das soziale Lernen. Sie erfahren es, sich mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur auseinanderzusetzen, sich anzupassen und sich zu verausgaben. Sie machen also authentische Erfahrungen über ihr Selbst und ihre Umwelt und können so ein gültiges Selbstbild aufbauen.
• Die Kinder sind in der Gruppe aufeinander angewiesen. Daraus resultieren mehr Gruppenzusammenhalt, Verantwortungsgefühl, Rücksichtnahme und eine erweiterte Gruppenwahrnehmung.
• Die Kinder erwerben ein gutes Körpergefühl.
• Der Waldkindergarten fördert das Miteinander von ErzieherInnen und Kindern. Der Erwachsene erfährt die Grenzen des eigenen Wissens, er ist kein „Übermensch“. Darüber hinaus gewinnen die Kinder Selbstvertrauen durch ihren Blick für Details, die vom Erwachsenen häufig übersehen werden.
• Der Waldkindergarten bietet den Kindern Rückzugsmöglichkeiten, ohne dass sie gleichzeitig das Gruppengeschehen verlassen müssen. Die direkten Erfahrungen, die die Kinder im Umgang miteinander machen, ermöglichen ihnen ein hohes Maß an bewusster Selbstwahrnehmung.
• Die ständige Erfahrung der eigenen Grenze und des eigenen Könnens, die Erfahrung, sich mit anderen konstruktiv auseinander setzen zu müssen, fördert die Bereitschaft der Kinder, Konflikte verbal zu lösen und andere Meinungen zu akzeptieren.
• Begegnungen mit Spaziergängern fördern Achtsamkeit, Spontanität und Rücksichtnahme.
• Zwanglos – natürlich gegebene – unkonstruierte Sexualerziehung.
• Konstruktiver Umgang mit Langeweile, einfach mal nichts tun, sitzen, stehen und in sich gehen, Freude an Einfachem, weniger Konsum, mehr Selbstbewusstsein – all das sind Bausteine einer gestärkten Persönlichkeit, die z.B. auch vor Suchtsituationen besser geschützt ist.
• Der wesentlich niedrigere Lärmpegel bedeutet für Kinder und ErzieherInnen eine wesentliche Stressreduktion und einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Gesundheitsprävention.
aus: Handbuch Qualität im Waldkindergarten
Landesverband der Wald- und Naturkindergärten NRW e.V., Düsseldorf
erstellt: AGQS im Landesverband NRW im Januar 2004
beschlossen in der MV vom 27.3.2004
Revision 2 vom 05.11.05
Freigegeben vom Vorstand des Landesverbandes NRW am 22.01.2006
Das Handbuch und der Kriterienkatalog zum Qualitätszirkel ist im Mitgliederforum herunterzuladen oder kann angefordert werden unter der e-mail-Adresse: vorstand@waldkindergaerten-nrw.de
Wir stellen Ihnen auf Anfrage das Gründungskonzept des Waldkindergarten Düsseldorf e.V. zur Verfügung.
Neugierig geworden? Interessiert? Mehr darüber können Sie im internen Mitgliederbereich lesen - oder schicken Sie uns einfach eine Mail...
11. September 2010 11:00
Umweltzentrum Düsseldorf, Merowingerstr. 88
26. und 27. November 2010 - Jugendherberge Ratingen
FORTBILDUNG: Reflexion in Action Methodischer und didaktischer Transfer von Erster Handerfahrungen hinein ins Langzeitgedächtnis, Fortbildung mit Anders Szczepanski, Schweden
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