Das Wetter, das Wetter, spielt mal wieder verrückt


Im Waldkindergarten ist das Wetter ein zentrales Thema: bei den Eltern, die überlegen, was sie ihren Kindern jeden Morgen anziehen sollen, bei den ErzieherInnen, die überlegen, wohin sie mit den Kindern bei entsprechendem Wetter in den Wald gehen sollen. – Alles Routine bei „normalem“ Waldkindergartenwetter: Sonne, Regen, etwas kalt, mäßig windig!

Doch was machen wir bei Sturm, Gewittern und Hagel, bei dem „verrückten Wetter“, wie in Rolf Zuckowskis bekannten Lied über das Wetter?

 

Es ist also sinnvoll, sich etwas mit dem Wettergeschehen zu beschäftigen.

 

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Bewegung hält warm und erzeugt Wärme


Diese Tatsache erfährt ein Kind, das sich an kalten Tagen in der Natur aufhält, "hautnah". Waldkindergartenkinder halten sich vier bis sechs Stunden draußen auf.

 

An kalten Tagen muss sich das Kind bewegen, um warm zu bleiben. Erfahrene Waldkindergartenkinder wissen das und reagieren auf die ersten Kälteanzeichen ihres Körpers mit Bewegung. Dabei kann das sehr lustig sein: sich gegenseitig abklopfen, um die Wette hüpfen, das Gesicht, die Hände massieren. Bei den Eskimos hält sich bis heute eine besonders schöne Variante: Man steckt die kalten Füße jeweils unter die Achselhöhlen des "Wärmepartners".

 

Bei jüngeren Kindern, die durch das Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpergewicht eher auskühlen, muss die Erzieherin auf Bewegung achten, lustvolle Bewegungsanlässe bei Bedarf impulsieren und "Sitzzeiten" (wie zum Beispiel die Vesperzeit) kurz halten.

 

Die Erfahrung, dass Bewegung meinem Körper gut tut und es mir danach besser geht, ist wertvoll. Das Kind lernt die Bedürfnisse seines Körpers wahrzunehmen und wird "bestraft", wenn es sie ignoriert. Die Erzieherin sollte deshalb auch zulassen, dass Kinder erfahren: Wenn ich friere, tut das weh, meine Finger schmerzen und ich kann sie kaum mehr bewegen. Denn diese Erlebnisse schärfen die Körperselbstwahrnehmung des Kindes und münden idealerweise in einer aktiven, selbst gesteuerten Gegenreaktion: Das Kind versucht, durch Bewegung warm zu werden.

 

Bei hohen Temperaturen spielen Kinder im Naturraum verhaltener, ruhiger. Sie passen ihre Bewegungsintensität der Witterung an, erspüren, was ihr Körper zum Wohlbefinden braucht. Dies erhöht in der Folge ihre Resilienz (Widerstandskraft).

 

Miklitz, Ingrid (2006, Januar). Wald- und Naturkindergärten. Wissen & Wachsen, Schwerpunktthema Naturwissenschaft und Technik, Praxis.