Durchfall – auch in den Waldkindergärten?


In den Wintermonaten hat ein relativ neuer Virus von sich Reden gemacht: gemeint ist der Norovirus (Norwalk-like Virus), der z.Z. zur häufigsten Ursache von Durchfallerkrankungen z.Z. geworden ist. Das Robert Koch Institut rechnet für dieses Jahr mit einem neuen Höchststand an Erkrankungen (über eine Million).

Die Erkrankung ist an und für sich nicht gefährlich, sie führt zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen und klingt innerhalb von 1-3 Tagen von alleine wieder ab. Wichtig ist, dass während der Erkrankung ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird. Nur für Säuglinge, ältere und kranke Menschen kann die Erkrankung gefährlich werden.

 

Die hohe Ansteckungsgefahr macht die Infektion mit Noroviren so gefährlich: Schon ganz kleine Virenmengen, das RKI redet von 10 bis 100 Viren, können eine Infektion auslösen. Normalerweise sind einige tausend bis Millionen Viren erforderlich, um eine virale Erkrankung auszulösen.

 

Deshalb genügt schon ein kürzester Kontakt mit einer infizierten Person.

Der Virus wird gewöhnlich von Hand zu Mund übertragen, aber auch eine aerogene Übertragung z.B. durch Anhusten oder Anniesen ist möglich.

Deshalb breitet sich die Erkrankung überall dort, wo viele Menschen zusammen kommen, sehr schnell aus (Karneval, Kindergarten, Schulen, Krankenhäuser).

 

Was ist zu tun?

 

Erkranke Personen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen bis zu 2 Tagen nach Abklingen der Symptome.

Da der Erreger im Stuhl noch 8-10 Tage nach der Infektion ausgeschieden wird, ist auf peinliche Hygiene in Bad und Toilette zu achten.

Wichtig sind: gründliches Händewaschen, personenbezogene Handtücher (oder Papierhandtücher) und Wäsche der Handtücher bei mindestens 60°C.

Beim Reinigen von kontaminierten Flächen z.B. nach Erbrechen sollten Einmalhandschuhe getragen werden.

Die Erkrankung hinterlässt keine Immunität, man kann sich also nach relativ kurzer Zeit wieder anstecken .Waldkindergärten als Gemeinschaftseinrichtungen unterscheiden sich hier von anderen Kindergärten nicht essentiell. Allenfalls durch den größeren zur Verfügung stehenden Raum und weniger gemeinschaftlich zur Verfügung stehender Gegenständen (Spielzeuge) dürfte die Ansteckungsgefahr etwas geringer sein.

 

Dr. med. M. Loew