Im Wald auf's Klo???


Auch wenn den Gründungswilligen alle möglichen Probleme wichtiger sind als die berühmte Toilettenfrage, begegnet sie ihnen spätestens im Genehmigungsverfahren mit unerwarteter Wucht. Es ist immer wieder erstaunlich - und in Maßen auch amüsant -, wie sehr die Überlegungen im Vordergrund stehen können, wo und wie die Kinder im Wald Pipi oder gar ein "großes Geschäft" machen sollen. Sowohl politische Gremien als auch beteiligte Ämter stellen diese Frage manchmal an die erste Stelle und sind nur schwer mit Hinweisen aus der Praxis zu beruhigen: daß die Kinder morgens meist "entleert" zum Kindergarten kommen und deshalb oft nur eine Pipi-Stelle ausgeguckt werden muß; daß es unrealistisch ist, wegen einem Kind mit voller Blase den Heimweg zum Bauwagen antreten zu sollen - erstens tritt dieser Fall niemals allein auf, und zweitens wäre es dann sowieso nicht mehr zu schaffen -; daß das Vergraben und optische Markieren eines Häufchens eine praktikable Lösung ist; daß Hunde täglich mehr in den Wald k... als alle Waldkinder zusammen; usw. usf.

 

Am bestens entzieht man der Fragestellung die Grundlage, indem man sich für den Bauwagen einen Standort sucht, der z.B. in unmittelbarer Nähe einer Sportanlage oder einer anderen Freizeiteinrichtung oder eines Kindergartens liegt. Mit etwas Glück und diplomatischem Gefühl kann man evtl. eine Nutzungsgenehmigung für die Toilettenanlagen erreichen, und wenn man dann noch einen Schlüssel für diese Räumlichkeiten erhält, können die Eltern ihre Kinder morgens vor dem Start nochmal zur Toilette bringen, wenn Bedarf besteht.

(ir)