Grundlegend für die Arbeit in einem Wald- oder Naturkindergarten ist, dass die Erzieherin eine positive Einstellung zur Natur hat und sich gerne in ihr aufhält. Sie sollte bereit sein, sich mit allen Sinnen mit der Natur auseinander zu setzen und sich von ihr be- und anrühren zu lassen. Sie sollte der Frage nachgehen, welche Werte die Natur für sie selbst darstellt und welche dieser Werte sie begründet an die Kinder herantragen kann und möchte.
Darüber hinaus ist neben allgemeinen pädagogischen und kommunikativen Kompetenzen spezielles Sachwissen notwendig:
* Wissen um Vermeidung von und Umgang mit Gefährdungen (sie kann Wetteranzeichen deuten, kennt das richtige Verhalten bei Gewitter, erkennt Giftpflanzen, kann Erste Hilfe leisten, sich im freien Gelände orientieren, hält den Kontakt zu den Förstern und Jagdpächtern und weiß, was von forstlicher Seite im Wald geplant ist).
* Die Erzieherin kann Bäume, Pflanzen und Tiere im Waldgebiet benennen, kennt die Setz- und Schonzeiten der Tiere (setzen: Jägersprache "gebären").
* Sie weiß um die Vernetztheit im Naturkreislauf und kann dieses Wissen auch kindgerecht vermitteln.
* Sie kennt Aufwärm- und Bewegungsspiele im Tagesablauf.
Miklitz, Ingrid (2006, Januar). Wald- und Naturkindergärten. Wissen & Wachsen, Schwerpunktthema Naturwissenschaft und Technik, Praxis.
Viele MitarbeiterInnen in Waldkindergärten müssen ihre Arbeit ohne weitreichende Kenntnisse der Fauna und Flora beginnen - ein bekanntes Problem. Da auch Bestimmungsbücher nicht alle Fragen beantworten können, sollte man als "junger" WaKiGa (oder auch später immer wieder mal) den zuständigen Revierförster bitten, einen Vormittag mit durch den Wald zu gehen und den Wissensdurst der großen und kleinen Fragesteller zu stillen. Er wird diesem Wunsch sicher gerne folgen, wenn er es zeitlich einrichten kann, und bei der Gelegenheit auch seine Anliegen in den Kindergarten transportieren: wo Schonungen angelegt wurden, die gemieden werden sollten, wann und wo demnächst Holz eingeschlagen wird usw. Im Übrigen zeigt der Kindergarten mit seiner Kontaktaufnahme zum Forstamt/Waldbesitzer auch, daß ihm das Wohlergehen des Waldes am Herzen liegt.
Falls kein Förster greifbar ist oder er keine entgegenkommende Haltung an den Tag legt, kann man z.B. auch eine Ortsgruppe des NABU, des BUND, der Waldjugend o.ä. ansprechen. Dort findet man oft auch hervorragende Kenner der heimischen Vogelwelt, Ameisenspezialisten und ähnliche Fachleute. Biologische Stationen, Umwelt-Zentren u.ä. sind ebenfalls gute Kontaktadressen.
11. September 2010 11:00
Umweltzentrum Düsseldorf, Merowingerstr. 88
26. und 27. November 2010 - Jugendherberge Ratingen
FORTBILDUNG: Reflexion in Action Methodischer und didaktischer Transfer von Erster Handerfahrungen hinein ins Langzeitgedächtnis, Fortbildung mit Anders Szczepanski, Schweden
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